Individualität. Gemeinschaft. Begleitung. Fortschritt.

Vor wenigen Monaten eröffnete Daniela Frey ihr eigenes Fitnesscenter in Sankt Johann in der Haide bei Hartberg. 1.000 Quadratmeter – mitten in der Steiermark. Ihr Konzept: persönliche Betreuung, individuelles Training und eine authentische Gemeinschaft. Auf klassische Gruppenkurse verzichtet sie im Gym Frey bewusst.Der Start war intensiv – und vielversprechend. Wie geht es jetzt weiter?

Sie lächelt. Kurz, fast überrascht. Dann erzählt sie weiter. Wenn Daniela Frey über ihr Studio spricht, wird schnell klar: Diese Geschichte hat viele Kapitel. Planung. Umbau. Entscheidungen. Zweifel. Immer wieder hält sie kurz inne, streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht, überlegt – und lächelt dann wieder.

A – Anfang

Das Gym Frey in Sankt Johann in der Haide bei Hartberg ist noch jung. Am 6. Dezember 2025 öffnete das Studio seine Türen. Rund 1.000 Quadratmeter Trainingsfläche stehen zur Verfügung – Raum für ein Konzept, das bewusst zwischen den bekannten Modellen der Branche liegt. Nicht Discount. Nicht klassischer Premiumclub. Sondern ein Studio, das Qualität bieten soll, ohne ausschliesslich auf ein hochpreisiges Segment zu setzen. „Ich wollte für jede Einkommensklasse etwas erschaffen – aber mit Qualität“, erklärt Daniela Frey. Die 29-Jährige ist Gründerin, Geschäftsführerin und Namensgeberin des Fitnesscenters.

Gym Frey. Ihr Studio. Ihr Name.

Wie würden Menschen aus ihrem nahen Umfeld sie in ihrer neuen Rolle beschreiben? Sie überlegt kurz, fragt auch ihre Mitarbeitenden. Die Antwort schickt sie später per E-Mail: „Ehrlich“, schreibt sie. „Charismatisch und prinzipientreu.“ Dass sie einmal ein eigenes Studio führen würde, war lange nicht geplant. Seit rund fünf Jahren arbeitet sie in der Fitnessbranche, Unternehmerin ist sie erst seit kurzer Zeit. Als das Gespräch auf ihre Vergangenheit kommt, rückt Daniela ein Stück nach vorne, legt kurz die Hände ineinander und beginnt zu erzählen. Sport sei immer Teil ihres Lebens gewesen – Fitness jedoch erst später. Lange Zeit stand der Reitsport im Mittelpunkt. Springreiten, Turniere, Trainingstage, Verantwortung für mehrere Pferde. „Ich war auf vielen Turnieren unterwegs und hatte vier Pferde.“ Der Alltag im Turniersport sei strukturiert und durchgetaktet gewesen: Trainingseinheiten, Wettkämpfe, Organisation. Diese Erfahrung, sagt sie rückblickend, habe ihren Zugang zu Training und Leistung geprägt. Mit der Geburt ihrer zwei Töchter veränderte sich dieser Rhythmus. Daniela überlegt Einen Moment: „Ich habe gewusst, dass ich diesen Karriereweg so nicht weiter einschlagen kann – aus zeitlichen Gründen und auch finanziell.“ Der Sport blieb für sie dennoch wichtig. Daniela entschied sich deshalb für eine Ausbildung zur diplomierten Health-Fitness Personaltrainerin, die sie über drei Jahre absolvierte. Kurz darauf begann sie als Trainerin zu arbeiten – eine Phase, die für das spätere Studiokonzept entscheidend werden sollte.

B – Bewusstsein

Die Zeit im Studioalltag brachte nicht nur praktische Erfahrung, sondern auch einen genaueren Blick auf die Branche. Daniela baute Kontakte auf, knüpfte ein Netzwerk und lernte Menschen aus sehr unterschiedlichen Bereichen kennen. „Ich habe ein grosses Netzwerk mit Bodybuildern, Trainern und Leuten aus verschiedenen Sportsparten aufgebaut.“ Je mehr sie in diese Welt eintauchte, desto klarer wurde ihr jedoch ein Muster: Viele Fitnessstudios positionieren sich sehr deutlich in zwei Richtungen – Discount oder Premium. Sie hebt leicht die Schultern und lächelt kurz. „Es gibt entweder diese Discountschiene oder die teure Schiene.“ Auf der einen Seite günstige, stark standardisierte Anlagen, auf der anderen Seite hochpreisige Studios mit exklusiver Ausstattung. Irgendwann stellte sie sich eine Frage, die zum Ausgangspunkt ihres eigenen Projekts wurde: Geht es auch anders? Die Antwort darauf hängt auch mit dem Standort zusammen: direkt an der Autobahn. Bei Hartberg zählt circa 6.500 Einwohner und gilt als sportlich geprägte Region. Fussballvereine, Reitställe, Volleyballteams oder Laufgruppen gehören zum Alltag vieler Menschen. Daniela lehnt sich im Gespräch leicht zurück „Hartberg und Umgebung sind sporttechnisch irrsinnig gut aufgestellt – egal ob Fussball, Reiten oder Volleyball.“ Wer hier aufwächst, kommt früher oder später mit Sport in Berührung, sei es über Vereine oder über das soziale Umfeld. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich ihre Idee für das Studio: ein Ort, der diese bestehende Sportkultur ergänzt, statt sie zu ersetzen. Kein abgeschotteter Trainingsraum, sondern ein Treffpunkt für jede und jeden. „Mein Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem echtes Training, persönliche Betreuung und Wohlfühlatmosphäre zusammenkommen.“ Im Alltag zeigt sich das deutlich. „Wir sind komplett durchgemischt: Senioren sind hier, Bodybuilder, Calisthenics, Fussballer.“

C – Charakter

Diese Vielfalt zeigt sich auch im Aufbau des Studios. Auf derTrainingsfläche stehen etwa 100 Geräte, der Schwerpunkt liegt im Kraftbereich. Hinzu kommen Cardio-Elemente und ein funktioneller Trainingsbereich. „Hier erwartet die Mitglieder ein kompletter Tower für Bodyweight, Calisthenics, HYROX® oder Mobility“, erklärt Daniela und deutet gedanklich durch den Raum. „Wir haben dort auch eine Sprintbahn und einen Sled.“ Gerade für Vereinsathleten oder ambitionierte Hobbysportler entsteht so ein Trainingsraum, der über klassisches Gerätetraining hinausgeht. „Ausserdem haben wir drei Ruder- und drei Latzugstationen sowie mehrere Kabeltürme, die vielseitig einsetzbar sind“, sagt die 29-Jährige. Bei der Planung der Trainingsfläche ging es ihr allerdings nie nur um Geräte. Ebenso wichtig war ihr, wie sich ein Studio anfühlt. Viele grosse Anlagen wirkten auf sie wie Hallen: offen, praktisch, aber gleichzeitig anonym. Daniela zieht kurz die Augenbrauen hoch, als sie davon erzählt. „Im Studio war mir immer wichtig, dass man dieses Hallenfeeling nicht hat.“ Statt eines einzigen grossen Raums mit dicht nebeneinanderstehenden Geräten entwickelte sie eine klare Struktur mit unterschiedlichen Trainingszonen. Freihantelbereich, Maschinenbereiche, funktionelle Trainingsflächen – alles ist so angeordnet, dass Mitglieder sich orientieren können. „Es war mir wichtig, dass man sofort weiss: Wo sind die Kurzhanteln, wo der Langhantelbereich oder die Geräte für Beine.“

D – Details

Gleichzeitig sollte das Studio offen wirken, ohne dass sich Menschen ständig beobachtet fühlen. Besonders sichtbar wird dieser Gedanke in der sogenannten Booty-Zone für Übungen rund um Hüfte und hintere Beinmuskulatur. „Das sind oft Übungen, bei denen man nicht unbedingt möchte, dass jemand direkt hinter einem steht.“ Der Bereich bietet daher etwas mehr räumliche Distanz, ohne komplett abgeschottet zu sein. Dieses Bedürfnis nach Privatsphäre setzt sich auch in den Sanitäranlagen fort. Während Duschen in vielen Fitnessstudios eher funktional geplant werden, entschied sich Daniela bewusst für mehr Raum. „Ich habe, glaube ich, eines der wenigen Fitnessstudios, in denen die Duschen wirklich räumlich und privat sind.“ Statt enger Kabinen gibt es pro Umkleide drei separate Duschräume, vollständig gefliest und jeweils mit eigener Tür. Viele Mitglieder vergleichen das Erlebnis laut Daniela mit einem Hotelbad. In der Planungsphase habe man ihr mehrfach geraten, die Fläche kleiner zu halten. „Mir wurde oft gesagt, die Sanitäranlagen sind zu gross.“ Ihr Standpunkt blieb auch dann unverändert: „Daran spare ich nicht.“ Für Daniela sind es gerade solche Nuancen, die Atmosphäre schaffen. „Details machen esaus“, sagt sie.

E – Erlebnis

Zum Konzept gehört deshalb nicht nur die Trainingsfläche selbst, sondern auch das, was zwischen den Einheiten passiert. Daniela wollte keinen Ort kreieren, an dem Menschen einfach trainieren und wieder verschwinden. Aus dieser Idee entstand die Lounge – ein Raum, der eher an eine Whiskeybar erinnert. Ohne Alkohol. „Ich wollte einen Raum schaffen, in dem man vergisst, dass man in einem Fitnessstudio ist.“ Dunkle Materialien, grosse Glaskugeln, Tische, Stühle, Sofas und eine Theke prägen den Raum. An der Wand steht in Kursivschrift: „Better Together“. Während der Servicezeiten werden dort Proteinshakes frisch zubereitet, dazu gibt es Isoclear-Getränke und Booster: Vor allem aber soll hier Begegnung entstehen. „Die meisten gehen ja nicht alleine ins Fitnessstudio“, sagt Daniela. „Man kennt schon jemanden oder nimmt jemanden mit.“ Die Lounge soll genau dafür Raum geben – für Gespräche nach dem Training, für kurze Pausen oder einfach für das Gefühl, nicht nur Kunde, sondern Teil eines Umfelds zu sein. „Wir wollen diesen persönlichen Kontakt sehr fördern.“ Einen Moment später formuliert sie es noch einfacher: „Jeder mag es, wenn man nicht nur gegrüsst wird, sondern auch mit Namen.“

F – Fokus

Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch, was es im Gym Frey bewusst nicht gibt: klassische Gruppenkurse. Daniela trifft diese Entscheidung nicht aus Ablehnung gegenüber Kursformaten, sondern aus einer strategischen Überlegung. Viele Menschen in der Region haben bereits feste Kursangebote – in Turnsälen, Vereinen oder anderen Einrichtungen. Daniela stellte sich eine grundlegende Frage: „Ich habe 1.000 Quadratmeter – für was möchte ich diese nutzen?“ Nach einer kurzen Pause fügt sie hinzu: „Wo ist für mich der Mehrwert?“ Ihre Antwort fiel zugunsten von Trainingsflächen, individueller Betreuung und Begegnungsräumen aus.Ganz ausgeschlossen sind Gruppenformate allerdings nicht. Zuletzt organisierte Daniela eine abwechslungsreiche Challenge im Studio. Rund zwanzig Mitglieder nahmen teil. Daniela hatte sich die Aufgaben selbst ausgedacht. „Ich habe probiert, Menschen, die sich noch nicht kennen, in Gruppen einzuteilen, damit sie sich kennenlernen.“ Danach gab es Shakes für alle Teilnehmenden. Sie lächelt, als sie davon erzählt. „Das hat den Leuten viel Spass gemacht, sie fühlten sich als Teil einer Gemeinschaft.“ Ausserdem ist die Lounge vielseitig nutzbar. „Wenn die Nachfrage da ist, kann ich die Lounge für einen Tag umstrukturieren.“ Yogaeinheiten, Workshops oder Vorträge kann sie sich durchaus vorstellen. Aktuell denkt sie über einen Anfänger- Boxkurs nach, da im Studio zwar ein Boxsack vorhanden ist, bislang aber niemand im Team dessen Nutzung professionell anleitet. So klar Daniela auf persönliche Betreuung setzt, so wichtig ist ihr gleichzeitig ein zweiter Gedanke: Niemand soll sich im Studio bevormundet fühlen. Manche Mitglieder möchten Personal Training oder Ernährungscoaching, andere trainieren lieber eigenständig. „Wenn man selbst trainieren möchte, geht man einfach trainieren und sagt, man braucht keine Hilfe.“ Unterstützung ist vorhanden – aber sie ist freiwillig.

G – Gesundheit

Für Daniela beginnt Betreuung, wenn gewünscht, immer mit einem Gespräch. „Der Ist-Zustand ist für mich einer der wichtigsten Punkte. Wo starte ich mit der Person? Welche Erfahrungen hat sie? Wo will sie hin?“ Je besser sie ihre Mitglieder kennt, desto gezielter kann sie die Betreuung darauf abstimmen. Genau darin sieht sie den Unterschied zwischen blossem Zugang zu Geräten und echter Begleitung. Daniela versteht das Studio nicht als Ersatz für medizinische Beratung, wohl aber als Ort der Grundaufklärung. Beispiel Ernährung: „Viele wissen gar nicht, was Makronährstoffe sind“, erklärt sie. Für Daniela gehören Training und Ernährung unbedingt zusammen. „Ohne das eine funktioniert das andere nicht.“ Das Gym Frey bietet ausserdem Physiotherapie an – verantwortet und betreut von Andi Grabner. Damit erweitert das

Studio sein Angebot um einen therapeutischen Bereich, der Training und Rehabilitation verbindet.

H – Haltung

Auch digital setzt Daniela auf Unterstützung – mit einer eigenen App: Mitglieder können Trainingsfortschritte teilen, ihre Ernährung dokumentieren oder an Challenges teilnehmen. Wenn man rückblickend sieht, was man geschafft hat, ist das oft ein echter Wow-Effekt“, sagt Daniela. Neben der App setzt sie auf ein kleines, motiviertes Team. Verena. Leon. Klara. Desiree. Was Daniela wichtig ist: fachliche Kompetenz und Empathie. „Kann sich jemand in die Kunden hineinversetzen? Kann er oder sie zuhören?“ Für sie beginnt gute Betreuung mit diesen Fragen – und mit dem Verständnis für die Situation der Mitglieder. Entscheidend hierfür? Ein offener Austausch.

I – Identität

Das Studio ist noch jung. Erst seit wenigen Monaten geöffnet. Vieles entwickelt sich gerade im Alltag. Daniela weiss das. „Jetzt muss es einmal so bleiben, wie es ist“, sagt sie. Der nächste Schritt sei nicht Wachstum um jeden Preis, sondern Stabilität: zufriedene Mitglieder, positive Rückmeldungen und eine feste Rolle in der Region. Am Ende kehrt das Gespräch zu dem Punkt zurück, mit dem alles begonnen hat – der Idee, ein Studio zu schaffen, das zwischen Discount und Premium seinen eigenen Weg findet. Daniela lehnt sich zurück. „Mir war wichtig, dass sich die Leute hier wohlfühlen“, sagt sie. Ein einfacher Satz – und der Kern dessen, was das Gym Frey sein möchte: ein Fitnessstudio, das Training ernst nimmt und Menschen ebenso. Daniela lächelt. Das Kapitel hat erst begonnen.


Über das Studio

Das Fitnesscenter Gym Frey eröffnete am 6. Dezember 2025 in Sankt Johann in der Haide bei Hartberg, in der Oststeiermark, rund 40 Kilometer nordöstlich von Graz. Auf rund 1.000 Quadratmetern Trainingsfläche stehen rund 100 Geräte zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt auf Krafttraining, ergänzt durch Cardioangebote und einen funktionellen Trainingsbereich. Klassische Gruppenkurse gibt es im Gym Frey bewusst nicht. Stattdessen setzt Daniela Frey auf individuelles Training und persönliche Betreuung. Zum Konzept gehört ausserdem eine Lounge im Stil einer Whiskybar – als Begegnungsort für Mitglieder. Ergänzt wird das Angebot durch Physiotherapie im Haus sowie gelegentliche Challenges oder Community.

Über die Geschäftsführerin

Als Daniela Frey das Gym Frey eröffnete, erreichte sie einen persönlichen Meilenstein: ihr eigenes Fitnessstudio – eines, das ihren Namen trägt. Seit rund fünf Jahren arbeitet sie in der Fitnessbranche. Während ihrer dreijährigen Ausbildung zur diplomierten Health-Fitness-Personaltrainerin baute sie ein breites Netzwerk in der Szene auf und entwickelte ihre eigene Vorstellung von moderner Trainingsbetreuung. Heute führt die 29-Jährige das Studio gemeinsam mit einem kleinen Team aus vier Mitarbeitenden. Von ihren Mitarbeitenden wird sie als ehrlich, charismatisch und prinzipientreu beschrieben.

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