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Showroom – Potenziale,Vorteile und Herausforderungen

Hanspeter Rubner im Interview

Wer ein Fitnessstudio mit Geräten einrichten möchte oder sich für die Neuheiten eines spezifischen Herstellers interessiert, der geht in einen Showroom. Der gym80 Showroom in Zürich-Schlieren stellt die Highlights der gym80-Geräte aus und ist auch ein Teil des etablierten Kunstevents «Kraft trifft Kunst». Wir haben mit Hanspeter Rubner u. a. über die Möglichkeiten und Grenzen eines Showrooms, aber auch über den Unterschied zu einer Messe wie der FIBO gesprochen.

FITNESS TRIBUNE: Lieber Hanspeter, warum setzen Fitness- gerätehersteller auf Showrooms? Welchen Stellenwert haben diese in der Kundenakquise?

Hanspeter Rubner: In einem Showroom kann sich ein Kunde oder eine Kundin zurückziehen, sich die Geräte ganz in Ruhe anschauen, ausprobieren und überlegen. In einem Gym, das sich im normalen Tagesbetrieb befindet, geht das natürlich eher weniger. Im gym80 Showroom in Zürich-Schlieren haben wir auf über 200 Quadratmetern etwa 60 verschiedene Farbmuster stehen sowie circa 60 bestickte Polstermuster. So können wir zeigen, was farblich machbar ist, und die Kundschaft muss es sich nicht vorstellen, sondern sieht es «live und in Farbe» vor sich. Zusätzlich zeigen wir auf Fernsehern den Entstehungsprozess der Geräte, damit unsere Kundschaft ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Handarbeit in einem fertigen Fitnessgerät steckt.

Wer es dann ganz genau wissen will, der kann auch gemeinsam mit uns ins Gelsenkirchener Werk nach Deutschland fahren und sich dort anschauen, wie die Geräte geschweisst werden.

In diesem Jahr seid ihr auch wieder auf der FIBO. Welchen Stellenwert hat eine solche Messe im Vergleich zum Showroom?

Ja, genau. gym80 ist wieder auf der FIBO. Darauf freuen wir uns sehr. Denn es ist klar: Die Konkurrenz «lebt» und man kann sich nicht fernhalten. Die «Musik spielt» auf der FIBO. Diese internationale Messe ist ein fantastischer Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen und erste Kontakte zu knüpfen, gerade weil sie sich wieder ein bisschen «back to the roots» entwickelt. Aber sich auf der FIBO für ein Gerät oder gar einen ganzen Gerätepark spontan und unvorbereitet zu entscheiden, hat vielleicht früher mit nur drei Farben zur Auswahl – blau, rot und grau – und weniger Geräten funktioniert. Mittlerweile musst du wissen, was du willst. Im Showroom wissen das die allermeisten schon, müssen sich aber noch informieren. Dort ist die Intention eine ganz andere. In den Showroom kommt ein Fitnessstudiobetreiber oder eine -inhaberin auch mal mit der ganzen Familie, dann gibt es Diskussionen über die richtige Farbauswahl, die Grösse, die Anzahl – das kann auch mal den ganzen Tag dauern.

Der Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass immer mehr Individualität gefragt ist, auch was das Studiodesign und sein Konzept angeht. Einheitsbrei und überdimensional gross ist heute vielfach nicht mehr gewünscht. Deswegen sollten sich Betreiber Zeit für die Geräteauswahl nehmen, schliesslich arbeiten sie später auch 14, 15 oder sogar 16 Stunden am Tag in dem Studio. Da sollte es ihnen wirklich gefallen.

Wie genau passt in dieses Konzept nun «Kraft trifft Kunst»?

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Ich habe mich eine Zeit lang mit Freunden und Geschäftsleuten in einer Pop-Art-Galerie getroffen, in der man auch Kaffee trinken konnte. Das fand ich so toll, dass ich ein Jahr lang an dem Galeristen «gearbeitet» habe, bis er die Ausstellung zuliess – obwohl er zu Beginn meinte, dass Fitness und Kunst nicht zusammenpassen.

Aber nicht nur die Bilder waren Kunstwerke, auch die Fitnessgeräte. Wir haben auch extravagante Designs produziert, z. B. vergoldete Maschinen und Kuhfellimitate als Polsterbezug – sozusagen die Haute Couture der Fitnessgeräte (lacht). Die «goldigen» Geräte gingen später in Tina Turners Fitnessraum.

«Kraft trifft Kunst» hat viele angesprochen, die womöglich normalerweise gar nicht in unseren Showroom gekommen wären, Entscheidungsträger aus der Gesundheits-, Fitness- und Sportbranche sowie Geschäftsleute. Das hat uns wieder einen grossen Schub gegeben, weil der Zugang niedrigschwelliger war und über die Kunst erfolgt ist. Durch dieses Event kommt auch viel Laufkundschaft zu uns, z. B. aus der nahe gelegenen Bahnhofstrasse und vom Zürichsee. Allein dadurch haben sich in den letzten Jahren schon viele Verkäufe ergeben. Mittlerweile gibt es auch Betreiberinnen und Betreiber, die auf diesen Zug aufgesprungen sind und ihr Studio mit Kunstwerken ausstatten. Ich finde das top, weil Fitnesstraining nicht mehr diese Kelleratmosphäre hat, auch wenn diese alten Souterrains mit den selbstgebauten Geräten ein Highlight sind.

Findet das Event dieses Jahr wieder statt?

Wir sind im Austausch mit den Galeristen und es wird wiederkommen. Allerdings haben wir Stand jetzt noch keinen konkreten Termin. Sobald es neue Entwicklungen gibt, werden wir natürlich sofort darüber informieren.

Bleibt die Ausstellung abgesehen von «Kraft trifft Kunst» immer gleich?

Auf keinen Fall. Wir tauschen die Geräte immer wieder aus, um eben auch die neuesten Produkte präsentieren zu können. Viele kommen auch vorbei, weil sie ein ganz bestimmtes Gerät sehen möchten, das als Neuheit auf dem Markt ist. Das muss dann schon im Showroom parat stehen.

Gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz, was Showroom und Kundschaft angeht?

Die Showrooms kannst du gar nicht vergleichen. Der in Deutschland hat über 2000 Quadratmeter, in der Bahnhofstrasse zeigen wir auf den mehr als 200 Quadratmetern nur die Highlights. Deutschland ist die Produktionsstätte, der Ursprung vom Ganzen.

Bei unserer Kundschaft ist es so: Wir haben auch viele ehemalige Bodybuilder als Kunden. Die wollen ihre Geräte kaufen und besitzen. Aber für die meisten Betreiber ist es unmöglich, sich alle paar Jahre einen komplett neuen Gerätepark anzuschaffen. Up to date zu bleiben wird dann zur Herausforderung. Bei uns können sie deswegen die Geräte auch auf sechs Jahre mieten. Danach werden sie ausgetauscht, gehen zurück nach Deutschland und werden dort eingeschmolzen. Aus dem Stahl entsteht dann wieder ein neues Gerät – das heisst, wir setzen uns aktiv für mehr Nachhaltigkeit ein!

Wer langfristig erfolgreich sein möchte, sollte die Ausstattung im Studio auch mal ändern und nicht jahrzehntelang die gleichen Geräte haben. Ich kann nur empfehlen, mit Trends mitzugehen und sich anzupassen, um attraktiv zu bleiben.

Hanspeter Rubner

Hanspeter Rubner wurde in der Schweiz geboren. Bereits mit 18 Jahren startete er mit einer Fitnesstrainerausbildung bei Werner Kieser. Mit 20 Jahren ging es für den jungen Bodybuilder in die USA, um dort mit den Besten der Besten im Gold’s Gym und am Venice Beach zu trainieren. Weil das Geld fehlte und er weder Leute noch Sprache kannte, übernachtete er sogar die ersten Nächte an dem legendären Strand. Dieses Engagement für den Sport und der unbändige Wille zahlten sich aus: Er trainierte mit vielen Bodybuildinglegenden und Serge Nubret wurde sein Mentor. Im Laufe seiner Bodybuildingkarriere konnte er ausserdem zahlreiche Erfolge verbuchen: zwölffacher internationaler Champion sowie mehrfacher Europa- und Weltmeisterschaftsfinalist.

Auch als Veranstalter fasste er in den Neunzigerjahren Fuss: Hanspeter Rubner organisierte und promotete diverse Fitness-, Box- und Bodybuildingveranstaltungen. Daneben war er erfolgreich im Kauf und Verkauf von zahlreichen Fitnesscentern und -shops. Seit mittlerweile fünf Jahren vertritt er den Fitnessgerätehersteller gym80 in der Schweiz gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Christian Billinger.

Mit seinen über 30 Jahren Erfahrung setzen auch viele Bodybuilder und Prominente auf das Personal Training mit Hanspeter Rubner.

www.gym80.ch

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