Wo Stärke mehr ist als Muskelkraft

Bee Strong Fitness in Volketswil hat Ende September eröffnet – und zeigt, dass Fitness mehr sein kann als Training. Mitten im Zürcher Oberland entstand ein Studio, das Haltung beweist: 1600 Quadratmeter Fläche, handverlesenes Equipment, Physiotherapie im Haus und ein Team, das Service lebt. Bee Strong ist kein gewöhnliches Fitnesscenter, sondern ein Statement für Bewegung, Authentizität und Nähe.

Es gibt Abertausende von Sprichworten, manche erzählen vom Glück, manche vom Pech und manche vom Fleiss, oft auch Tüchtigkeit genannt. Der Duden definiert das „Sprichwort“ als „kurzen, einprägsamen Satz, der eine praktische Lebensweisheit enthält“. Hört man Nico Ernst an diesem Tag aufmerksam zu, kommen einem gleich mehrere dieser „praktischen Lebensweisheiten“ in den Sinn. „Sein eigenes Glückes Schmied.“ „Ohne Begeisterung wurde nie etwas Grosses erreicht.“ „Für etwas Feuer und Flamme sein.“

Gelungener Start und grosse Vorfreude

Wer Nico Ernst, braunes Haar, gestutzter Dreitagebart, erlebt, merkt sofort, dass manche Sprichwörter mehr sind als blosse Allgemeinplätze. Wenn er spricht, dann mit so viel Hingabe, dass man sofort Lust bekommt, Sport zu machen – sogar als Sportmuffel. „Begeisterung steckt an“, sagt er. „Wenn du selbst brennst, merken das
die Leute – das war beim Aufbau unser roter Faden.“ Nico ist Mitinhaber von Bee Strong Fitness, einem Fitnessstudio in Volketswil im Kanton Zürich. Knapp 20 000 Einwohner, wenig Spektakuläres und doch so angenehm und ruhig, dass man die Kleinstadt auch als Idyll beschreiben könnte. Am 28. und 29. September 2025 feierte Nico hier mit seinem Team die offizielle Eröffnung des Bee Strong Fitness. Und ja, die Ouvertüre machte Lust auf mehr.

Vom Traum zur Realität

Wenn Nico über diese Tage spricht, lehnt er sich leicht vor, die Hände ineinander verschränkt. Dann ziehen seine Mundwinkel vor Freude Falten in seine Wangen. „Natürlich war auch Erleichterung da“, sagt er. „Wir haben jetzt alles angebracht – bauliche Massnahmen, behördliche Auflagen – und können das Produkt abliefern, das
wir haben wollen. Es sind viele Faktoren, die man unterschätzt, da muss man Kompromisse eingehen.“
Zur Eröffnung sei etwa die Theke noch nicht geliefert gewesen: „Da mussten wir improvisieren.“ Doch sei‘s drum:
Auch so trifft das (provisorische) Ergebnis den Nerv: hoher Raum, 1600 Quadratmeter, Fabrikhallenflair trifft Turnhallenatmosphäre. Besonders gut kam das gelb-schwarze Gerätekonzept an: „Viele fanden es extrem cool,
dass mal etwas anderes da ist.“ Schlicht, doch aussagekräftig ist der Look von Bee Strong Fitness. Minimalistisch und authentisch. Apropos Authentizität: Darum geht es dem Gründungsquartett, das neben Nico aus Alex,
Egzon und Hasan besteht. Hasan gesellt sich etwas später zum Gespräch dazu.

Wer hier arbeitet hat Lust auf den Job

Bee Strong Fitness ist kein anonymer „Trainingsort“, sondern spürbar ein Herzensprojekt. Keine Schnapsidee, schlicht gute Intuition. Wie fing alles an? „Der Nico ist im letzten Jahr mehrmals auf mich zu gekommen, weil ich damals ein anderes Studio gegründet habe“, sagt Hasan: Nach etwas Bedenkzeit sagte er zu. Dann haben wir erst längere Zeit über den Namen nachgedacht, immer wieder hin- und herüberlegt. Bis auf einmal der Name feststand: Bee Strong Fitness“, erzählt Hasan, Vollbart, strenger Blick. Auch das Organigramm ist ausgearbeitet:
Vier Festangestellte arbeiten hier in Voll- oder Teilzeit. Nico verantwortet als gelernter Informatiker den technischen Bereich. Hasan betreut als einzige Vollzeitkraft Training und Fitness, unterstützt von Egzon. Alex ist in der Buchhaltung tätig. Bei Bedarf unterstützen drei Aushilfskräfte. Parallel investiert das Team in Weiterbildung – unter anderem über die SAFS. Auch Stundenkräfte sollen Perspektiven erhalten, bis hin zum eidg. Fachausweis. Mittelfristig plant Bee Strong Fitness Ausbildungsplätze, um Nachwuchs gezielt zu fördern. Was zählt „Selbstständig, dialogbereit, lernwillig – das zählt. Wir stellen Menschen ein, die fachlich und menschlich ins
Bild passen“, sagt Nico. Präsenz auf der Fläche zeigen, mit Mitgliedern ins Gespräch gehen, Feedback aufnehmen und umsetzen. Das ist unerlässlich. Sauberkeit, Service, Ansprechbarkeit: daran soll sich jeder Mitarbeiter orientieren. Muss. „Wir leben das alles vor“, sagt Nico. Mit Erfolg. Eine Anekdote blieb hängen: Ein älteres Ehepaar entschied sich am Eröffnungswochenende für zwei Mitgliedschaften – nicht wegen einer Aktion, sondern wegen der Art, wie man mit ihnen umging. „Du hast das super gemacht, du hast dich nicht aufgedrängt, sondern abgeholt“, zitiert Nico den Mann rückblickend. Breit grinsend.

Equipment handverlesen statt von der Stange

Bee Strong Fitness kuratiert Marken statt einer einzigen Vollsortimentlösung: gym80, Prime Fitness, Life Fitness im Cardio, dazu u. a. Rogue, Concept2, Booty Builder und weitere Spezialisten. Warum dieser Mix? „Ein Hersteller deckt nicht alles so ab, dass wir zufrieden wären“ konstatiert Hasan. Ein Beispiel: Bei einer Rückenstrecker-Variante sei „der Hebelteil für den Fuss“ nicht verstellbar gewesen – für kleinere Mitglieder ein Problem. Konsequenz: ergänzen und nachrüsten, statt bei einem Kompromiss zu bleiben. Die Trainingsfläche bietet eine breite Auswahl an Plate-Loaded und Weight-Stack-Geräten. Unilaterale Ausführungen sind bewusst vorhanden: „Dass man z. B. bei den Beinpressen links und rechts einzeln bewegen kann, ist wichtig“, sagt Hasan. Dadurch wird eine präzise, seitengetrennte Arbeit an Kraft und Stabilität ermöglicht.

Ein Angebot, das keine Wünsche offenlässt

Der Functional- und Movementbereich bildet das dynamische Zentrum der Fläche. Hier stehen ein acht Einheiten
umfassender Kabelturm sowie ein separater Vier-Stationen-Bereich. Ergänzt wird das Ganze durch Übungsbereiche für einzelne Muskelgruppen – etwa Brust oder Bizeps. Ein verstellbarer Kabelzug erweitert die Möglichkeiten für freie, funktionelle Bewegungen. Die Anordnung folgt einem klaren Prinzip: Viel Platz schafft Freiheiten. So kann effektives Training entstehen. Unbegrenzt. Flexibel. Hasan fasst den Bereich gegenüber den Mitgliedern so zusammen: „Wir wollten Bewegung in die Fläche bringen – nicht blockieren.“ Darüber hinaus gibt es eine Kunstrasenbahn, Racks, freie Hanteln und spezifische Tools – für z. B.Fussball oder Hyrox. Auch Power-lifting-Setups finden Platz, ebenso Mobility und Prehab. „Wir wollten eine Fläche mit Sinn statt ein Gerätedepot“, führt Hasan im Gespräch aus. Die Floskel „Qualität statt Quantität“ wird hier mit Inhalt gefüllt. Hyrox-Formate sind in Planung; perspektivisch denkt man über 25 bis 30 Quadratmeter Erweiterung nach. Auch der Cardiobereich ist Teil dieses Gesamt-konzepts. „Cardio ist bei uns nicht abseits, sondern mittendrin“,sagt Nico. Vier Laufbänder, vier StairMaster, vier Crosstrainer sowie je vier Sitz- und Liegeräder schaffen Abwechslung und Rhythmus -ausgestattet mit Life-Fitness-Konsolen. Diese dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern als leises Kommunikationsmedium: Hinweise zu Events („Open Weekend“, „Bring-a-Friend“), Shop-Specials oder motivierende Botschaften im Trainingsalltag. Nicos IT-Background erlaubt es, Inhalte schnell zu visualisieren – ein kleines, aber wirkungsvolles Stück Markenführung auf der Trainingsfläche.

Posingroom – nicht nur für Poser

Stolz ist Nico darüber hinaus auf den Posingroom, der Körperhaltung, Muskelspannung und Präsentation schulen soll. Durch Spiegel und Beleuchtung können Trainierende ihre Körperwahrnehmung verbessern. „In erster Linie geht es darum, seine Form sauber beurteilen zu können – ohne zu viele Blicke von aussen“, erklärt Nico. „Die Idee ist, den eigenen Fortschritt zu erkennen und zu sagen, Hey, das bin ich.’“ Der Raum ist grosszügig gestaltet, technisch ausgefeilt. „Man hat verschiedene Lichtoptionen –warm, kalt, drei Bahnen. Man kann vorne mehr Licht haben, oder gleichmässig hell. Das ermöglicht verschiedene optische Effekte. Das hilft, natürlich auch für Social Media, aber primär für sich selbst.“ Unterstütztung erhielten Nico und Co. von den Jungs der Kraftschmiede. „Ohne die hätten wir den Posingroom nicht realisieren können“, sagt er. Die Umsetzung war Millimeterarbeit. „Wirklich viele Informationen darüber gibt es nicht. Wir mussten vieles selbst überlegen: auf welcher Höhe der Rückenspiegel, in welchem Winkel, wie können sich auch kleinere Personen gut sehen?“ Heute spiegelt dieser Raum im wahrsten Sinne wider, wofür Bee Strong Fitness steht: Jeder darf seine eigene Stärke selbst definieren – ohne Druck von aussen, gern aber mit Ratschlägen, wenn gewünscht.

Nähe und Vertrauen statt Anonymität

So, wie es eben passt. So, wie man sich eben wohlfühlt. So, wie es eben für jeden einzelnen am besten ist. Auch das ist ein Prinzip, mit dem das Bee-Strong-Team an den Start ging und die aktuellen Mitglieder überzeugen konnte. Ebenfalls erfreulich: Zutritt gibt es rund um die Uhr, sieben Tagen die Woche. Betreut wird von Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr, am Wochenende von 9 bis 13 Uhr. Der Zugang gelingt per Batch; der Shop funktioniert auch ausserhalb der Betreuungszeiten: durch Selbstbedienung mit Namensliste. Bezahlt wird später, während der betreuten Zeiten. „Wir vertrauen unseren Kunden“, sagt Nico. Ein Grundsatz, der ihn sehr gut beschreibt: offen, locker, bodenständig. So sollen Mitglieder auch Bee Strong Fitness sehen, wahrnehmen, erleben. Bei jeder Trainingssession. Das Fitnesscenter steht für Kontinuität, und das mit seinem Namen –
wie eine gut eingeübte Signatur. Stichwort Unterschrift: Bei Bee Strong Fitness gibt es keine automatische Vertragsverlängerung. Klare Preise, Probetraining kostenfrei nach Registrierung, Monatsmodelle (drei,sechs oder zwölf Monate) sowie eine Zehnerkarte. Wasser ist inklusive. Ebenfalls Solarium und Garage. Über 50 Parkplätze sind für das Studio reserviert – gratis. „Lieber investieren unsere Leute in Shakes oder den Shop als in Parkgebühren“,so Nico. Diese Kundennähe spiegelt sich beim Thema Inklusion wider. Vom ersten Location-Gespräch an war klar: Bee Strong Fitness soll für alle zugänglich sein. „Wie kommt jemand im Rollstuhl
ins Gebäude?“, skizziert Hasan im Gespräch. Der Vermieter realisierte einen rollstuhlgängigen Zugang, IV-WC ist vorhanden, die Eingangssituation ist so gelöst, dass man mit dem Rollstuhl ins Studio kommt. „Bei uns sind alle willkommen, auch Leute, die motorisch eingeschränkt sind.“

Physio im Haus und der Mobility-Cube

Direkt im Studio befindet sich zudem mit der Physiotherapie Gries Reha + Sport ein fester Gesundheitspartner, der krankenkassenanerkannt ist und auf ärztliche Verordnung arbeitet. „Das ist ein Deal zwischen Physio und uns“, erklärt Nico. „Die Therapeutinnen und Therapeuten dürfen bei Bedarf die Fläche nutzen. Und wenn jemand nach der Behandlung sagt: Das gefällt mir hier, freuen wir uns natürlich, wenn er oder sie bleibt.“ Dieses Miteinander senkt die Schwelle zwischen Rehabilitation und Fitnesstraining spürbar: Wer mit Beschwerden kommt, kann nahtlos mit Fitnesstraining weitermachen – unterstützt durch das Physio-Team, das Übungen direkt im Studio integriert; Fortschritt wird dadurch sichtbar. Wichtig ist Nico, dass die Empfehlungen umgesetzt werden: „So können wir helfen, dass Fortschritt bleibt.“ Vis-à-vis der Physiopraxis steht der Mobility-Cube – rechteckig, mit Stationen für Hüfte, Rücken, Schultern. „Dehnen tut gut. Wir machen es niedrigschwellig“, sagt Nico. So entsteht eine Verbindung zwischen medizinischem Know-how und funktionellem Training – ein kleines Gesundheits-Ökosystem mitten in Volketswil.

Community soll weiterwachsen

Bee Strong Fitness kommuniziert zweigleisig, um noch mehr Menschen auf das neue Fitnesscenter aufmerksam zu machen: über Social Media für die jüngeren Zielgruppen und Sportaffinen, über lokale Medien und Plakatflächen für die Region und die ältere Generation. Thematische Aktionstage mit Krankenkassenpartnern, Sommer-Bootcamps draussen oder Posing-Workshops drinnen sind in Planung. „Wir sind frech genug, bei Leuten vorbeizugehen und Ideen vorzuschlagen“, sagt Nico und lacht. Mund-zu-Mund-Empfehlungen tun ihr Übriges – authentisches Marketing, direkt aus der Community. Das Ziel bis Ende des Jahres bleibt realistisch. Im Gespräch fällt der Meilenstein „300 Mitglieder bis Jahresende“. Minimum. Sehr wahrscheinlich werden es mehr sein. Hoffentlich, sagt Nico und grinst. Das wäre ein gelungener Start, findet er. Auf der Roadmap stehen weitere Projekte. Sauna und Dampfbad etwa; auch Eisbaden wird diskutiert – als saisonales Highlight und Beitrag zur Regeneration. Was klar wird: Auch beim Thema Wellness wird auf Qualität gesetzt.

Be strong Fitness – mehr als nur Muskelkraft

Was noch deutlich wird: Bee Strong Fitness macht seinem Namen auf unterschiedlichste Art alle Ehre. Denn stark sein heisst hier nicht nur, Gewichte heben. Es heisst, dranbleiben, sich entwickeln und sich selbst ernst nehmen. Genau das verkörpert Bee Strong in Volketswil. Ein Studio, das nicht nur Trainingsfläche bietet, sondern eine Haltung. Und ein Ort, an dem Sprichwörter lebendig werden. Sprichwörter über Fleiss. Über Begeisterung. Und darüber, sein eigenes Glück zu schmieden.

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