Die Eckdatenstudien liefern zentrale Kennzahlen zur Entwicklung der Fitnessmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch eine einheitliche Methodik ermöglichen sie fundierte Ländervergleiche – wodurch marktspezifische Trends identifiziert und gemeinsame Zukunftspotenziale abgeleitet werden können.
Nach Deutschland und der Schweiz gehört seit 2024 auch Österreich zur „Eckdaten-Familie“ und komplettiert damit das Gesamtbild der DACH-Region. Zum zweiten Mal in Folge erlaubt dies nicht nur einen detaillierten Blick auf die einzelnen Ländermärkte, sondern ermöglicht auch einen direkten Vergleich wichtiger Kennzahlen über die Landesgrenzen hinaus.
Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie Inflation, erhöhter Zinsen und verhaltenem Wirtschaftswachstum hält die Fitnessbranche in der DACH-Region an ihrem Kurs fest. Die nach der Corona-Krise einsetzende Wachstumsdynamik setzt sich auch im Betrachtungsjahr 2024 weiter fort.
Diese Entwicklung ist jedoch kein Zufall, sondern basiert auf mehreren Säulen. Einerseits wächst das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung und die Nachfrage nach gesundheits- und präventionsorientierten Dienstleistungen steigt kontinuierlich. Auf der anderen Seite gelingt es der Branche in der DACH-Region zunehmend, ihr Leistungsportfolio flexibel und zielgerichtet an die Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen. Dieses Zusammenspiel sorgt für eine starke Marktresonanz und spiegelt sich unter anderem in neuen Mitgliederrekorden wider.
Mitgliederzahlen steigen länderübergreifend
Unabhängig vom betrachteten Ländermarkt war das Jahr 2024 ein erfolgreiches Jahr. Dies zeigt auch ein Blick auf die Mitgliederzahlen.
Deutschland: Mit 11,71 Mio. Mitgliedern zum Stichtag 31. Dezember 2024 ist der deutsche Fitnessmarkt – gemessen in absoluten Zahlen – der grösste unter den drei betrachteten Ländermärkten. Der Zuwachs von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führt gleichzeitig zu einem neuen Mitgliederhöchststand. Besonders präsent sind dabei Kettenanlagen, die mit einem Anteil von 60,9 Prozent die Mehrheit der Mitglieder auf sich vereinen und mit 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr den grössten relativen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten (DSSV, 2025) (vgl. Abb. 1).
Schweiz: Im Hinblick auf die Mitgliederzahlen liegt die Schweizer Fitnesswirtschaft zahlenmässig auf dem zweiten Rang. Mit 1,37 Mio. Mitgliedern und einem relativen Wachstum von 4,7 Prozent im Vergleich zum 31. Dezember 2023 konnte auch in diesem Ländermarkt ein neuer Höchststand an Mitgliedern erreicht werden. Zwar hält das Kettensegment auch hier den relativ betrachtet grössten Anteil an den Mitgliedern, jedoch fällt der Zuwachs im Special Interest-Segment mit 10,0 Prozent anteilig am grössten aus (swiss active, 2025) (vgl. Abb. 2).
Österreich: Wie in den anderen Ländermärkten ist in Österreich ein kontinuierlicher Mitgliederzuwachs seit 2022 zu erkennen. Im Betrachtungsjahr 2024 konnten 1,3 Mio. Mitglieder gezählt werden – ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwar stellt das Einzelsegment mit einem Anteil von 49,8 Prozent weiterhin das mitgliederstärkste Segment in Österreich dar, jedoch konnte das Kettensegment im Jahr 2024 einen Mitgliederzuwachs von 10,2 Prozent verzeichnen. Die zunehmende Marktkonsolidierung in Österreich dürfte diesen Trend weiter begünstigen. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass das Kettensegment die Führungsposition bei den Mitgliederzahlen übernehmen wird (WKO, 2025) (vgl. Abb. 3).
Schweizer mit höchster Marktdurchdringung
Wie bereits in den Vorjahren erreicht die Schweizer Fitnesswirtschaft im DACH-Vergleich die höchste Marktdurchdringung gemessen an der Bevölkerungszahl: Mit einer Reaktionsquote von 15,2 Prozent im Jahr 2024 liegt die Schweiz deutlich vor Österreich (13,9 %) und Deutschland (13,8 %) (vgl. Abb. 4). Eine hohe Fitnessaffinität und ein wachsendes Gesundheits-
bewusstsein sind in allen drei Ländermärkten zu erkennen. In der Schweiz können sich Mitglieder zertifizierter Fitness- und Gesundheitsanlagen ihre Beiträge bezuschussen lassen. Ein Umstand, der mitunter zu dieser Spitzenposition beigetragen hat und der für Österreich und Deutschland Vorbildcharakter haben könnte.
Wird bei der Reaktionsquote nur die Altersspanne der relevanten Zielgruppe zwischen 15 und 65 Jahren berücksichtigt, liegt Deutschland auf Platz eins: 21,3 Prozent aus der genannten Altersgruppe haben eine Mitgliedschaft in Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV, 2025). Die Schweiz (19,9 %) folgt bei diesem Ländervergleich knapp vor Österreich (19,3 %) an zweiter Stelle (swiss active, 2025; WKO, 2025). In der jüngeren Bevölkerung (15 bis 29 Jahre) erreicht erneut die Schweizer Fitnesswirtschaft (31,7 %) die höchste Durchdringungsrate (Deutschland: 28,0 %; Österreich: 26,2 %). Auch in der Altersgruppe 50 plus ist die Schweiz Vorreiter: 11,3 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer über 50 Jahre besitzen eine Mitgliedschaft in einer Fitnessanlage. Österreich liegt mit 8,3 Prozent hier marginal vor Deutschland mit 8,0 Prozent Durchdringungsrate bei den über 50-Jährigen.
Moderates Wachstum bei den Anlagen
Zum 31. Dezember 2024 agieren 9127 Anlagen am deutschen Fitnessmarkt. Davon entfallen 4104 auf das Einzelsegment, 2666 zählen zum Kettensegment und 2357 zum Special Interest-Segment. Aufgrund der geringeren Landesfläche präsentieren sich die Märkte in Österreich und der Schweiz deutlich kleiner: Die Schweiz kommt auf 1395 Anlagen (723 Einzel-, 543 Ketten-, 129 Special Interest-Anlagen), Österreich verzeichnet 1349 Anlagen (856 Einzel-, 321 Ketten-, 172 Special Interest-Anlagen). In Deutschland bleibt die Anlagenzahl 2024 nahezu konstant zum Vorjahr (+16 Anlagen bzw. +0,2 %). In der Schweiz wächst der Markt um netto 47 Anlagen (+3,5 %) und damit am stärksten, während Österreich einen Zuwachs von 27 Anlagen (+2,0 %) netto verzeichnet.
Neue Benchmark beim Branchenumsatz
Alle drei Ländermärkte verzeichnen ein deutliches Umsatzplus. Der deutsche Fitnessmarkt konnte mit 5,82 Mrd. EUR (netto) im Jahr 2024 einen neuen Rekordumsatz erzielen. Dies entspricht einer Steigerung beim Nettoumsatz von 7,0 Prozent im Vergleich zu 2023 (vgl. Abb.5). Vergleichbare Steigerungsraten beim Branchenumsatz (netto) zeigen sich auch in der Schweiz und Österreich. Die Schweizer Fitnesswirtschaft konnte 1,3 Mrd. CHF im Jahr 2024 erwirtschaften (+7,6 % im Vergleich zu 2023) und setzt damit ebenfalls einen neuen Standard (vgl. Abb. 6). Auch in Österreich haben die steigenden Mitglieder- und Anlagenzahlen Auswirkungen auf den Umsatz: Im Jahr 2024 konnten 654,8 Mio. EUR als Branchenumsatz (netto) ausgewiesen werden (+6,5 % im Vergleich zu 2023) (vgl. Abb. 7).
Gemeinsamkeiten in der Anlagenpositionierung
Zur Ermittlung der Positionierung der Anlagen wurden die Betreiberinnen und Betreiber gebeten anzugeben, in welchen Bereichen ihre Anlagen hauptsächlich positioniert sind. In allen drei Ländermärkten fokussiert sich die Positionierung der Fitnessanlagen deutlich auf die Bereiche Gesundheit und Training.
In Deutschland setzen 41,1 Prozent der Fitnessanlagen auf eine schwerpunktmässige Positionierung im Bereich Gesundheit. Mit deutlichem Abstand folgt die Positionierung im Bereich Training (32,6 %) auf Platz zwei. Als weniger bedeutsam für Fitnessanlagen erweisen sich die Positionierungen in den Bereichen Lifestyle (21,2 %) und Wellness (5,1 %). In gleicher Reihenfolge, jedoch mit unterschiedlicher relativer Gewichtung, zeigen sich die Positionierungen in den Nachbarländern Schweiz und Österreich. Zwar zählt Gesundheit in beiden Ländermärkten zu den häufigsten Positionierungen (Schweiz: 35,3 %; Österreich: 36,3 %), jedoch folgt das Thema Training in der Aussendarstellung mit deutlich geringerem Abstand: 34,5 Prozent der Schweizer Fitnessanlagen und 35,4 Prozent der Anlagen in Österreich konzentrieren sich auf Training als schwerpunktmässige Positionierung. Mit 24,4 Prozent in der Schweiz bzw. 19,0 Prozent in Österreich folgt die Positionierung im Bereich Lifestyle. Wellness wird auch in den Fitnessmärkten in Österreich (9,3 %) und der Schweiz (5,8 %) am seltensten als Positionierung gewählt.
Fazit und Ausblick
Die Fitnessbranche im DACH-Raum präsentiert sich 2024 stabil und krisensicher. Trotz nationaler Unterschiede verfolgen Deutschland, Österreich und die Schweiz einen gemeinsamen Kurs: Die Branche besinnt sich auf ihre Kernthemen Gesundheit und Training und bestätigt ihre Rolle als verlässlicher Partner der Bevölkerung in den Bereichen Prävention und individueller Gesundheitsvorsorge. Fitnesstraining ist längst mehr als Ästhetik und Körperkult – es ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und mittlerweile fester Bestandteil eines modernen, gesundheitsbewussten Lebensstils. Der Schulterschluss der Ländermärkte stärkt die Branche nicht nur strategisch, sondern auch gesellschaftlich und politisch. Die hohe gesellschaftliche Relevanz von Fitness- und Gesundheitsanlagen wird zunehmend erkannt, nicht nur im Kontext individueller Gesundheitsförderung, sondern auch im Hinblick auf ihre strukturelle Bedeutung für die öffentliche Gesundheitsvorsorge. An diesem Punkt gilt es, weiterhin eng zusammenzuarbeiten, um die Fitnessbranche als festen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge stärker zu etablieren und ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung weiter zu stärken.
Zur Methodik
In der Schweiz führt die DHfPG die Eckdaten der Schweizer Fitnesswirtschaft seit 2022 in Kooperation mit swiss active
durch. Die Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft werden seit vielen Jahren vom DSSV, Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) gemeinsam durchgeführt. 2024 kamen erstmals auch die Eckdaten der Fitnesswirtschaft Österreich hinzu, erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Das einheitliche methodische Vorgehen erlaubt neben der Betrachtung der einzelnen Ländermärkte auch eine länderübergreifende Analyse und einen fundierten Vergleich der DACH-Märkte. Die Eckdaten ermöglichen somit eine verlässliche Marktbeurteilung und einen länderübergreifenden Vergleich innerhalb der DACH-Region.
Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2025). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2025. Hamburg: Hrsg.
swiss active (Hrsg.). (2025). Eckdaten der Schweizer Fitnesswirtschaft 2025. Zürich: Hrsg.
Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.). (2025). Eckdaten der Fitnesswirtschaft Österreich 2025. Wien: Hrsg.